E-500 und E-330 mit ISO 50



E-500 und E-330 mit »ISO 50«

Kleiner Test der undokumentierten »ISO-50«-Einstellung aus dem Service-/Diagnosemenü der Olympus E-500- und E-330-Kameras [Kurzanleitung mit weiterführenden Links]

Teil A: Bildbeispiele

[1.] Visueller Gesamteindruck ISO 100 vs. »ISO 50« (verkleinerte Originalaufnahmen aus JPEG, RAW/Olympus Studio, RAW/Silkypix)

[2.] 100%-Crops Lichter, Schatten, Schatten aufgehellt (ISO 100 und »ISO 50«, JPEG/SHQ und TIFF von RAW via Silkypix Developer Studio):

Crop 3 (Schatten)Crop 2 (Schatten)Crop 1 (Lichter)

[2.1] Crop 1: Lichter (JPEG und PNG/TIFF von RAW)

[2.2] Crops 2 und 3: Schatten, je einmal Standard und einmal im RAW-Konverter um 3 Blendenstufen aufgehellt (PNG/TIFF von RAW)


Teil B: Beobachtung und Auswertung

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die »ISO 50« aus dem Diagnosemenüs nicht wirklich ISO 50 sind, sondern ISO 64 (ziemlich exakt; die ISO-100-Testbilder wurden bei F8 mit 1/80 s aufgenommen, ISO 50 bei F8 mit 1/50 s), weswegen sie hier auch durchgehend in Anführungszeichen stehen.

Ohne die Ergebnisse auf Pixel- und Byte-Ebene untersucht zu haben, sieht es auf den ersten Blick ganz so aus, als seien die »ISO-50«-Aufnahmen aus der E-500 prinzipiell durchaus brauchbar und ohne Auffälligkeiten - während die E-330 leider einen rosa Schleier über die Lichter legt - sowohl im JPEG aus der Kamera, als auch bei der RAW-Enwicklung. Die Olympus-Studio-Entwicklung mildert diesen Effekt lediglich ein wenig, während Silkypix - wie es generell die Tendenz zu sein scheint - auch darin noch näher am Kamera-JPEG bleibt als das Olympus Studio.

In den Lichtern deutet sich allerdings bei beiden Kameras gleichermaßen die Tendenz an, dass zarte Kontraste bei »ISO 50« dezent zu verschwimmen beginnen. Während ich nicht endgültig ausschließen kann, dass hier minimale Unschärfeunterschiede zwischen den Aufnahmen auch durch Luftverwirbelungen und/oder geringfügigste Verwacklung auftraten, scheint mir das doch wahrscheinlicher ein Hinweis auf eine - hier konkret in den Lichtern - geringfügig eingeschränkte Dynamik zu sein, von der man auch bei Kameras mit offiziellen »Low-ISO-Boost«-Einstellungen hört, zumal die Himmelspartie auf den »ISO-50«-Aufnahmen durchgängig etwas heller erscheint als bei ISO 100. So wird man hier auch mit einem geringfügig früheren Ausfressen der Lichter rechnen müssen.

Nebenbei bemerkt, scheinen beide Kameras in der Detailauflösung auch hier wieder trotz unterschiedlicher Pixelzahl vollkommen gleichauf zu liegen, bei JPEG wie bei RAW - die Unterschiede sind bei ein und der selben Kamera zwischen den unterschiedlichen Bildaufbereitungen (JPEG/Oly-Studio/Silkypix), obwohl auch nur gering ausgeprägt, größer als die zwischen beiden Kameras.

Jetzt zur eigentlich interessanten Frage - was bewirkt die »ISO-50«-Einstellung in den Schatten? Man würde sich in der Theorie eine weitere Reduzierung des Bildrauschens erhoffen, und genauso kommt es auch: bei einer Aufhellung im RAW um +3 EV (entsprechend einem »Pushen« von ISO 100 auf ISO 800 und von ISO 50 [eff. 64] auf ISO 400 [eff. 500]) werden die Unterschiede auch bei 100%-Ansicht am Bildschirm deutlich - Ausschnitt 3, mit kritischen Blautönen, zeigt es ab einer gewissen Vergrößerung am Bildschirm aber durchaus auch schon ohne Aufhellung.

Während das alles zum einen verdeutlicht, dass mit den aktuellen FourThirds-Kameras auch bei ISO 100 immer noch ein real existierendes Restrauschen bleibt, zeigt dieser Vergleich aber zum anderen auch nochmals den signifikanten Unterschied im Rauschniveau von rund ½ EV zwischen E-500 und E-330, der also ganz offensichtlich nicht nur im High-ISO-Bereich besteht. Bei »ISO 50« wird die E-330 fast völlig rauschfrei. Ein Ergebnis, das man so wohl bis jetzt noch von keinem FourThirds-Sensor zu sehen bekam, und das umso mehr den Wunsch weckt, diesen ISO-Modus für besondere Anforderungen auch wirklich einmal einsetzen zu können - leider aber enthält Olympus zumindest dem E-330-Fotograf die »ISO 50« dann wohl doch nicht ohne Grund als normale Einstellmöglichkeit vor. Solange der rosa Schleier bleibt, solange ist die Einstellung nicht praxistauglich - in der E-500 dagegen möglicherweise schon, solange nicht noch jemand irgendeinen anderen Pferdefuß findet, und damit würde die 500er zumindest gegenüber den ISO 100 der E-330 in der erreichbaren Rauschfreiheit unter praxistauglichen Bedingungen wieder auf gleichem Niveau, wenn nicht ein ganz kleines Stückchen vorn liegen...


RS 15.03.06



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